Demenz und Ernährung – Literatur und Links

In diesem Beitrag werden empfehlenswerte Bücher und Fachartikel zum Thema Demenz und Ernährung vorgestellt. Dabei werden sowohl wissenschaftliche Informationen als auch ganz praktische Hinweise und Ratschläge berücksichtigt.

Für Einsteiger:

  • Wer sich für das Thema Ernährung bei Demenz interessiert, sollte sich zunächst einmal einen Überblick über Symptome und Gründe für das gestörte Essverhalten demenzkranker Menschen machen. Wir hatten bereits auf diesem Blog den Artikel “Essen und Trinken bei Demenz: Basisvoraussetzungen” veröffentlicht, in dem verschiedene Probleme und Lösungsansätze vorgestellt worden sind, die bei der Ernährung von Menschen mit Demenz in Erscheinung treten können. Ebenfalls empfehlenswert für die Grundlagen sind folgende Bücher: Die Gründe für Mangelernährung werden auf systematische Weise in dem Buch “Ernährung in der Altenpflege” (2013) behandelt, herausgegeben von Claudia Menebröcker und Christine Smoliner,  während der “Ratgeber für die richtige Ernährung bei Demenz” (2007) noch spezieller auf die Ernährungsprobleme von Menschen mit Demenz eingeht. Zudem werden in diesem Ratgeber auch zeitgemäße Betreuungskonzepte behandelt, wie unter anderem Validation, Basale Stimulation oder Milieutherapie – Konzepte, die auch für die Lösung von Ernährungsproblemen bei Menschen mit Demenz hilfreich sein können.
  • Einen etwas anderen Zugang zum Thema Ernährung bei Demenz bietet folgendes Buch: Biedermann, M. (2011): Essen als basale Stimulation. Hannover: Vincent. Neben dem theoretischen Teil, in dem unter anderem Aspekte von Riech- und Schmeckstörungen besprochen werden, umfasst der praktische Teil auch das Kochen: etwa Fingerfood für Menschen mit Demenz gleich zum Ausprobieren mit verschiedenen Rezepten. Abgerundet wird das Buch mit einem Fragebogen zur Essbiographie und weiteren Beobachtungsbögen, die sich gut in der Pflegepraxis einsetzen lassen. Einen kleinen Vorgeschmack auf dieses Buch gibt es hier als PDF: Essen als basale Stimulation.
  • Wer keine Bücher zu diesem Thema lesen möchte bzw. auf der Suche nach hilfreichen Online-Quellen ist, dem seien folgende Quellen empfohlen: Der Pflegewissenschaftler Christian Kolb hat auf der Internetseite http://nahrungsverweigerung.de/home/ zahlreiche nützliche und weiterführende Informationen für professionell Pflegende und Angehörige von demenziell erkrankten Menschen gesammelt, bei denen Ernährungsprobleme auftreten. Neben den “Ursachen für Ernährungsproblemen” werden auf dieser empfehlenswerten Website auch die Punkte “Künstliche Ernährung” und “`Genussmanagement´ und Slow-Food” behandelt. Dabei nimmt Christian Kolb kein Blatt vorm Mund. Hier ein Beispiel: “Bürokratie-Wahnsinn, Lobbyismus und eine Überakademisierung der Pflege verhindern eine menschenwürdige Versorgung alter Menschen. Wer denkt, dass mit 5x am Tag Obst und Gemüse, in verschiedenen Farben, und Vollkornreis der Ernährungszustand von dementen Menschen verbessert werden kann, hat keine Ahnung von der Realität.” Als Einstieg in die Materie ist sicherlich auch folgende Online-Quelle hilfreich: Richtige Ernährung für Körper und Gehirn. Wer es noch ausführlicher mag, dem sei folgende Online-Quelle empfohlen: Ein frei beziehbares PDF-Dokument mit einem Umfang von über 200 Seiten, zusammengestellt vom MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.). Hier der Link: http://www.mds-ev.de/media/pdf/MDS_Grundsatzstellungnahme_EssenTrinken_im_Alter_Mai_2014.pdf.

Für Fortgeschrittene:

Quellenangabe zum Titelfoto:

Foto: kris krüg / www.flickr.com

Marcus Klug arbeitet aktuell als Kommunikationswissenschaftler und Social Media Manager am Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) und betreut dort das Projekt Wissenstransfer 2.0. Das Projekt wurde bereits mit dem Agnes-Karll-Pflegepreis 2013 ausgezeichnet. Sein Schwerpunkt liegt auf Wissenskommunikation im Social Web. Daneben betreibt er als hauptverantwortlicher Redakteur seit Mai 2012 zusammen mit Michael Lindner Digitalistbesser.org: Plattform für Veränderung und lebenslanges Lernen. Kontakt: marcus.klug@uni-wh.de.

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