Betroffene berichten: Der Verlauf einer Demenz

Oft wird gefragt, wie die Verlaufsgeschichte in der Begleitung eines Menschen mit Demenz aussieht? Ist das späte Stadium von Alzheimer etwa grundsätzlich desillusionierend? Gibt es Muster im Krankheitsverlauf und typische Konfliktkonstellationen? In dieser neuen Serie geht Marcus Klug derartigen Fragen genauer auf den Grund.

Vorab: Schon seit längerer Zeit interessiere ich mich für die Frage, wie eine Krankheit wie Alzheimer verläuft. Dabei interessiert mich vor allem der Zwischenraum zwischen subjektiven Erzählungen von Angehörigen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. So wird beispielsweise in der Forschung, etwa in der Medizinforschung, häufiger danach gefragt, wie lange eine Alzheimer-Erkrankung andauert? Statistisch ist von sieben Jahren die Rede, wenn es um den durchschnittlichen Verlauf einer solchen Demenzform wie Alzheimer geht, begonnen im frühen Stadium, über das mittlere bis zum späten, dritten Stadium.

Dann sind da die subjektiven Krankengeschichten, die sich nur zum Teil wissenschaftlichen Kategorien, Mustern und Schemata zuordnen lassen. Manchen Personen leben beispielsweise 20 Jahre mit Alzheimer. Und dann gibt es immer wieder zwei große Fragestellungen, die sich gar nicht so leicht beantworten lassen. Wann kann man überhaupt von der Diagnose Altersdemenz sprechen? Wann wird eine diagnostische Zuordnung klarer und eindeutiger? Die zweite Frage: Ist das späte Stadium grundsätzlich desillusionierend oder gibt es auch Abweichungen, die Hoffnung machen?

In dieser neuen Serie werden wir uns insgesamt drei solche subjektiven Geschichten genauer anschauen und immer wieder zwischen Geschichte und Forschung intervenieren. Folgende drei Storys: die Geschichte von Katja Hörter und ihrer demenzkranken Großmutter, über die wir bereits vor längerer Zeit auf diesem Blog ausführlicher berichtet haben. Und dann kommen noch das Buch “Wenn Eltern Kinder werden und doch die Eltern bleiben” von Edda Klessmann und die Graphic Novel “Das große Durcheinander” von Sarah Leavitt dazu.

Seien Sie also gespannt auf die nächsten Beiträge innerhalb dieser neuen Serie: “Betroffene berichten: Der Verlauf einer Demenz”!

Marcus Klug arbeitet aktuell als Kommunikationswissenschaftler und Social Media Manager am Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) und betreut dort das Projekt Wissenstransfer 2.0. Das Projekt wurde bereits mit dem Agnes-Karll-Pflegepreis 2013 ausgezeichnet. Sein Schwerpunkt liegt auf Wissenskommunikation im Social Web. Daneben betreibt er als hauptverantwortlicher Redakteur seit Mai 2012 zusammen mit Michael Lindner Digitalistbesser.org: Plattform für Veränderung und lebenslanges Lernen. Kontakt: marcus.klug@uni-wh.de.

Kommentar verfassen