Forschungsnewsletter 02/2017: Jetzt abrufen!

Inwieweit können künstlerische Interventionen die Aufmerksamkeit von Menschen mit Demenz verbessern? Diese und andere Fragen sind der Schwerpunkt in unserem aktuellen Forschungsnewsletter.

In dem aktuellen Forschungsnewsletter des DZD werden an vielen Stellen ungewohnte Perspektiven eröffnet: so startet der Newsletter gleich mit der Einsicht, dass medizinische und pharmakologische Interventionen in der Versorgung von Menschen mit Demenz nur sekundär von Bedeutung sind. Der Autor des Newsletters – der Pflegewissenschaftler und Philosoph Christian Müller-Hergl – schreibt dazu: „Wo immer möglich sollen psychologische, soziale und umweltbezogene Interventionen Priorität besitzen und erst bei deren Versagen pharmakologische Optionen zum Zuge kommen.“

Diese primären ökopsychosozialen Optionen umgreifen ein weites Feld von kulturellen Aktionen (zum Beispiel Museumsbesuche), inklusive-teilhabend orientierte Gemeinden, Umgebungsanpassungen – sowohl in der eigenen Wohnlichkeit wie auch im gemeindlichen Umfeld, kreative Aktionen und sensorische Anregungen (Kunst und Musik), kognitives Training und kognitive Rehabilitation, aber auch Bildungsmaßnahmen.

Im Bereich der Kunst wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise auch eine Studie zu nennen, die nachweist, dass sich künstlerische Interventionen bei leichter bis mittelschwerer Demenz positiv auf kognitive Funktionen auswirken und eben nicht nur als Beitrag zur Freizeitgestaltung.

Auch ansonsten wartet der Forschungsnewsletter mit weiteren ungewohnten Perspektiven auf. Zu nennen wären hier beispielsweise Forschungen, die sich mit jüngeren Menschen mit Demenz befassen. Deren Bedürfnisse sind andere als die von alten Menschen mit Demenz, die Strukturen aber adressieren fast immer nur letztere.

Oder Schulungsprogramme, die von geläufigen Weiterbildungsmaßnahmen für professionelle Helfer abweichen. So verweist Christian Müller-Hergl in diesem Zusammenhang auf eine Studie aus Kanada, die sich mit einem ungewöhnlichen Fortbildungsprogramm für Mitarbeiter im Krankenhaus befasst, das sich als derart erfolgreich erwiesen hat, dass es nun in ganz Kanada verbreitet wird. Die Idee dahinter: Mitarbeiter, welche die Schulung bereits durchlaufen haben, schulen andere Mitarbeiter und begleiten sie in der Praxis. Methodisch arbeitet der Ansatz vermehrt mit erfahrungsbasiertem Lernen und weniger mit kognitiv orientierter Wissensvermittlung

Andere Forschungen beziehen sich auf Themen wie unter anderem „Allein lebende Menschen mit Demenz werden unsichtbar“, „Die Demenzdiagnose stellt einen immer wieder neu akzentuierten Verhandlungsprozess dar” oder „Tiere tragen zur Gesundung psychisch Kranker wesentlich bei“.

Link zum aktuellen Forschungsnewsletter: http://dzd.blog.uni-wh.de/files/2017/05/Newsletter-23_2017-final2.pdf

 

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