Mehr Erfolg in der Recherche: Web-2.0-Tools

Workshop mit Senioren zu der Entwicklung eines sozialen Netzwerkes / Foto: Das Foto wurde von der Agentur Dreimorgen zur Verfügung gestellt

Unsere Serie “Mehr Erfolg in der Recherche” geht in die finale Runde. Zum Abschluss hat Marcus Klug für Sie näher beleuchtet, wie Sie Dienste aus dem Social Web wie Twitter für die Recherche von pflegerelevanten Themen nutzen können. Das erspart Ihnen eine Menge Zeit.

Für Führungskräfte, Berater und Dozenten in der professionellen Pflege ist Twitter das Tool der Wahl, wenn es darum geht, Informationen mit anderen Experten über das Social Web auszutauschen. Aber auch alle anderen professionellen Helfer können von Twitter profitieren, vor allem wenn sie häufiger recherchieren und im Social Web unterwegs sind. Bei Twitter gibt es nur wenig Schnicknack, denn die Kommunikation ist auf das Wesentliche reduziert. Bis dato liegt die Begrenzung von Nachrichten auf 140 Zeichen.

Weniger gebräuchlich ist die Nutzung von Twitter als Recherche-Tool. Auch das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) ist gelegentlich auf Twitter unterwegs. Für diesen Beitrag habe ich auf unserem Twitter-Kanal eine Liste mit hilfreichen Online-Tools für die Recherche zusammengestellt. Außerdem gibt es für Sie eine Liste zum Thema Demenz. Hier der Link.

Die Funktion der Liste schafft Ordnung in der Recherche. Gerade wenn Sie viel im Social Web unterwegs sind, können Sie schnell die Übersicht verlieren. Aber während Sie so die Kanäle von anderen Personen und Organisationen auf Twitter durchforsten, entdecken Sie vielleicht einige wirklich interessante Informationen. Haben Sie zuvor eine Liste angelegt, können Sie diese Fundstücke direkt in Ihre Liste überführen (wie das funktioniert zeige ich Ihnen im nachfolgenden Screencast-Video).

Was gibt es noch für interessante Web-2.0-Tools?

Wir hatten uns ja in dieser Reihe bereits mit einzelnen Diensten aus dem Internet beschäftigt, die Sie in Ihrer Recherche unterstützen. So gab es in unserer Reihe zwei Beiträge zu Evernote“Mehr Erfolg in der Recherche: Literaturverwaltung mit Evernote_Teil 1″ und “Mehr Erfolg in der Recherche: Literaturverwaltung mit Evernote_Teil 2″.

Soziale Medien während der Recherche anhand von Listen-Funktionen mehr zu strukturieren und übersichtlicher zu gestalten, ist die eine Sache, die ganzen Informationen aber überhaupt erst einmal im Vorfeld zu sammeln, eine andere Geschichte. Das können sie zwar auch mit Evernote machen, jedoch gibt es noch ein anderes Tool für diese Funktion. Ich denke dabei gerade an Pocket.

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Screenshot von Pocket

Mit Pocket können sie Texte, Bilder und Videos abspeichern, bevor Sie diese später noch genauer anschauen. Journalisten wie Jan Tißler nutzen derartige Dienste, um Material für Recherchen zu sammeln oder Themenideen zu bekommen. Das können bei Tißler am Tag auch schon einmal 100 bis 200 Artikel sein, wie er in einem Online-Beitrag zum Schwerpunkt Recherche schreibt.

Auch für Personen in der professionellen Pflege und Gesundheit, die häufiger recherchieren, könnte Pocket von Nutzen sein. Wir hatten ja bereits in dieser Reihe anhand des Themas “Demenz im Krankenhaus” mehrfach ausgeführt, wie umfangreich eine Recherche zu diesem Schwerpunkt ausfallen kann. Und da kann es durchaus Sinn machen, auf ein Tool wie Pocket zurückzugreifen.

Stellen Sie sich beispielsweise vor diesem Hintergrund vor, dass Sie gerade für längere Zeit im Zug sitzen. Nun könnten Sie eine kleine Recherche im Netz tätigen und alle interessanten Funde über die Smartphone-Version von Pocket erfassen, bevor Sie später nach einer ersten Auslese entscheiden, welche Funde für Sie wirklich wichtig sind. Bei Pocket funktioniert das genauso wie Evernote und anderen Dienste dieser Art: Sie können ein solches Tool auf verschiedenen Endgeräten nutzen (Home-Computer, Laptop, Smartphone oder Tablet-PC) und miteinander synchronisieren. Sie sind dann auf allen Geräten auf den gleichen Stand.

Marcus Klug arbeitet aktuell als Kommunikationswissenschaftler und Social Media Manager am Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) und betreut dort das Projekt Wissenstransfer 2.0. Das Projekt wurde bereits mit dem Agnes-Karll-Pflegepreis 2013 ausgezeichnet. Sein Schwerpunkt liegt auf Wissenskommunikation im Social Web. Daneben betreibt er als hauptverantwortlicher Redakteur seit Mai 2012 zusammen mit Michael Lindner Digitalistbesser.org: Plattform für Veränderung und lebenslanges Lernen. Kontakt: marcus.klug@uni-wh.de.

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