Augen auf für die Umwelt: Zum Masterstudiengang Demenz an der Universität Witten/Herdecke

Was hat eine Deckenleuchte mit dem Masterstudiengang für Demenz an der privaten Universität Witten/Herdecke zu tun? Erfahren Sie mehr zu dieser Frage im folgenden Beitrag.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie gefragt werden, was Sie mit Demenz verbinden?  Pflegende, die über einschlägige Erfahrungen im Umgang mit Demenzerkrankten verfügen, werden sicherlich antworten, dass die Betreuung zuweilen eine sehr nervenaufreibende und belastende Aufgabe darstellt. Andere Personen assoziieren mit Demenz Gedächtnisverlust, denken an Menschen, die sich kaum noch etwas merken können und sich in ihrer Umgebung nicht mehr zurechtfinden. Aber nur wenige Personen werden wahrscheinlich zuallererst an die Deckenleuchten in einem Raum denken, mit deren Hilfe die Stimmung von Demenzkranken positiv stimuliert werden kann. Ein solcher Gedanke bildet die Grundlage für den Masterstudiengang Demenz an der Universität Witten/Herdecke.

Systemische Zusammenhänge im Masterstudiengang Demenz

Wie kann man durch die Gestaltung und Anpassung der Umwelt, in der sich Demenzkranke bewegen, die Lebensqualität der Betroffenen verbessern? Diese Fragestellung ist komplex. Anders formuliert: Welche Fachdisziplinen sind gefragt, wenn es um die Gestaltung dieser Art von Umwelt geht: Mit dem Körper und dem Geist des einzelnen demenzkranken Menschen beschäftigt sich beispielsweise die  Medizin, die Psychologie, die Pflegewissenschaft und die Logotherapie.

Aber über den einzelnen Menschen hinaus stellt sich auch die Frage, wie es um die Rahmenbedingungen steht, um rechtliche Aspekte, um Fragen des Managements usw. Der demenzkranke Mensch und seine Familie sind somit eingebettet in einen größeren, systemischen Zusammenhang, in dem verschiedene Ebenen, Perspektiven und Teilsysteme sich gegenseitig wechselhaft beeinträchtigen.

Im multiprofessionellen Masterstudiengang Demenz (M.A) an der privaten Universität Witten/Herdecke geht es vor allem darum, den Dialog zwischen den Disziplinen zu intensivieren und auszubauen, um Studierende für die komplexen Probleme und Herausforderungen, die mit dem Phänomen Demenz zusammenhängen, grundlegend vorzubereiten.

Detlef Rüsing veranschaulicht im Interview mit der Fachzeitschrift “medAmbiente“, was es mit dem multidisziplinären Studiengang Demenz auf sich hat, und warum die angestrebte Multidisziplinarität keine Mogelpackung ist.

Hier der Link zum Interview

Marcus Klug arbeitet aktuell als Kommunikationswissenschaftler und Social Media Manager am Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) und betreut dort das Projekt Wissenstransfer 2.0. Das Projekt wurde bereits mit dem Agnes-Karll-Pflegepreis 2013 ausgezeichnet. Sein Schwerpunkt liegt auf Wissenskommunikation im Social Web. Daneben betreibt er als hauptverantwortlicher Redakteur seit Mai 2012 zusammen mit Michael Lindner Digitalistbesser.org: Plattform für Veränderung und lebenslanges Lernen. Kontakt: marcus.klug@uni-wh.de.

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